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Ein Sequenzer ist eine kleine Schalteinheit, die für den korrekten zeitlichen Ablauf beim Schalten von Transceivern, Endstufen und Vorverstärkern sorgt. Sie dient dem Schutz des teuren Equipments.
Um die teuren Transistoren im Vorverstärker nicht zu töten, ist es notwendig, den VV abzuschalten, bevor HF an die Komponenten gelangen kann. Im zweiten Schritt wird die PA zugeschaltet, im letzten der Transceiver. So können auch alle Relais (VV, PA) unbelastet schalten, was die Lebenszeit erhöht.
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In der Zeitschrift FUNKAMATEUR, Heft 6/2008, haben wir eine passende Schaltung vorgestellt, die auch den Telegrafie-Betrieb berücksichtigt. Bisher gibt es keine uns bekannte Lösung, die das "CW-Problem" berücksichtigt: Wie "sequenze" ich sauber im Telegrafiebetrieb? Unsere Schaltung löst das Problem elegant. Nochmal zu Erinnerung - worum geht's? Es gibt bereits viele gute Sequenzer-Lösungen auf dem Markt, die man entweder selbst bauen oder für (viel) Geld auch kaufen kann. Alle arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Das Mikrofon-PTT-Signal wird ausgewertet, um nacheinander verschiedene Stufen mit zeitlichem Versatz ab- resp. zuzuschalten, i.d.R. Vorverstärker, dann Endstufe, dann den Transceiver. Nach dem loslassen der PTT wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zurückgeschaltet. Der zeitliche Versatz zwischen den einzelnen Stufen beträgt i.d.R. irgendwo zwischen 20 und 100 ms, was ausreichend ist, um den Relais in den zu schaltenden Komponenten (VV-Relais, ggf. Antennen-Relais, PA-Relais, TRX-Relais) ausreichend Zeit zu geben, unbelastet anzuziehen bzw. abzufallen. Die Anziehzeiten von guten Koax-Relais liegen meist zwischen 10 und 15 ms, sodaß man mit o.g. Schaltzeiten immer auf der sicheren Seite ist. Nach Abfallen des VV-Relais ist auch der (meist teure) Transistor im Vorverstärker ohne Strom und isoliert, sodaß die HF des Senders ihm nichts mehr anhaben kann. Ohne Sequenzer würde er den Betrieb meist nicht sehr lange überleben. ;-)) |
Soweit sogut - doch was macht man, wenn man in Telegrafie arbeiten möchte? Die Morsetaste wird ja i.d.R. direkt am Transceiver angeschlossen und tastet diesen bei jedem Dit gleich hoch. Um die o.g. Komponenten zu schützen, muss man also jedesmal zwingend manuell die PTT drücken, bevor man CW senden kann bzw. darf. Das ist auf Dauer natürlich eine sehr unbequeme und fehlerträchtige Lösung, schnell ist das PTT-Drücken mal vergessen und schwups, war's das wieder mit dem VV-Transistor. Blöd ist auch, daß man (z.B. im Contestbetrieb) mit diesem manuellen Mechanismus schlecht eine automatische CQ-Schleife laufen lassen kann - mit Zwang zum manuellen PTT-Drücken ist der Automatismus ansich wohl keiner mehr. ;-))
Die geschilderten Probleme haben uns lange genervt. Mit einer Interimslösung mit einem Verriegelungsrelais, das die CW-Leitung zumindest solange isoliert hat, bis unser alter Sequenzer komplett durchgeschaltet hat, konnten wir zwar ein wenig Abhilfe schaffen, wirklich gut und bequem war die Lösung aber dennoch nicht, sodaß wir eine eigene Lösung entwickelt haben, siehe FUNKAMATEUR 06/2008. ;-))
Aus Copyright-Gründen verzichten wir hier auf die Darstellung der Schaltung (das Heft kann jedoch für nur 3 EUR nachbestellt werden - eine wirklich lohnenswerte Ausgabe), das Platinen-Layout für den Nachbau kann aber runtergeladen werden. Das Layout liegt im PDF-Format vor, beim Ausdruck ist die Option "Page scaling" auf "None" zu stellen, um einen korrekten 1:1 Ausdruck auf DIN A4 Papier zu erreichen, das ausgedruckte Platinen-Layout muss die Abmessungen 75 x 49 mm haben, sonst ist irgendwas schief gelaufen. Für den Aufbau steht auch ein Bestückungsplan sowie nebenstehende Bauteileliste zur Verfügung, sodaß es diesbezüglich keine Probleme geben sollte. Die Schaltung ist eigentlich "selbsterklärend". Die Firmware zum "Brennen" des PIC 12F629 oder 12F675 ist in 2 Versionen, einmal mit 20 ms Schaltzeit zwischen den einzelnen Stufen und einmal mit 50 ms Schaltzeit, downloadbar. Die Haltezeit des Sequenzers nach dem letzten CW-Zeichen beträgt in beiden Varianten 600 ms. |
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Solltest Du keine PICs brennen können, schicke ich Dir gern auch Einzelstücke zum Selbstkostenpreis. Bei Bedarf bitte Kontaktaufnahme über:

Bestückungs- und Lötseite komerziell gefertigter Platinen.

Ansicht der fertig bestückten Platine.

Eine weitere Ansicht der Platine.

Die erste Kleinserie.

Unten links ist der Sequenzer in einer unserer "Contest-Boxen" verbaut zu sehen.
Zum Schluß noch ein Bild unserer Contest-Boxen mit dem alten Sequenzer (eine modifizierte Variante nach DJ8ES). Der DH8BQA Sequenzer ist nur noch halb so groß, hat aber doppelten Funktionsumfang. ;-))
Disclaimer:
Die Nutzung der Lösung erfolgt auf eigene Gefahr! Wir haben den Sequencer nun einem mehrmonatigen Testbetrieb unterzogen und keine Probleme festgestellt. Allerdings können wir nicht sicherstellen, daß ein potentieller Nachbauer alles richtig macht.
Die Nutzung aller Projektbestandteile (Platinenlayouts, Schaltpläne, Software) zu rein privaten Zwecken ist ausdrücklich gestattet, die kommerzielle Verwendung jedoch ausdrücklich verboten. Alle Projektlösungen sind mein geistiges Eigentum und unterliegen dem Copyright-Schutz. Bei Interesse an einer kommerziellen Lösung bitte ich um Kontaktaufnahme über die o.g. E-Mail-Adresse, vielen Dank.
Last modified: 21 November, 2009